Als Kind hat mich eine Fernsehserie aus einem Shaolin-Kloster fasziniert

Als Kind hat mich eine Fernsehserie aus einem Shaolin-Kloster fasziniert

Kwai Chang Caine war der Held meiner Kindheit. Er war ein halbchinesischer Shaolin-Mönch, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Wilden Westen der USA so manches Abenteuer bestand. Besonders faszinierten mich die Rückblicke in seine Kindheit im Shaolin-Kloster in China. Diese Kindheitserinnerungen zogen mich regelrecht in ihren Bann und ich bewunderte die körperlichen Fähigkeiten meines Helden. So wollte ich auch sein, so wollte ich auch trainieren.

Doch es sollten noch mehr als vier Lebensjahrzehnte vergehen, bis ich mir den Traum erfüllen konnte, eine Woche mit den Shaolin in einem Kloster mit den Mönchen gemeinsam zu trainieren. Mit 50 Jahren war es endlich soweit. Ich reiste ins Shaolin-Kloster Otterberg für eine Woche Kloster auf Zeit. Shaolin –Tempel gibt es einige in Europa. Otterberg ist dagegen das einzige anerkannte Shaolin-Kloster Europas. Und wieder war ich vollkommen fasziniert davon, welches Sein sich in der Bewegung zeigt, wenn man konsequent an ihr dran bleibt und sich nicht von Schmerzen oder Müdigkeit ablenken lässt.

Was einen als Kind – positiv wie negativ – beeindruckt, wird zur Vision

Viele Menschen suchen ihre Lebensvision im Außen. Sie erwarten, dass sie wie von einem Blitz getroffen werden und plötzlich genau wissen, welches riesengroße Lebenswerk von ihnen anzustreben ist. Und dann, so glauben sie, müssen die zielorientiert, fokussiert und fleißig Leistung erbringen, um die Vision zu erreichen.

Die eigene Vision findet man nicht im außen. Sie liegt im Inneren des Menschen, ist in ihrem Kern bereits bei der Geburt angelegt. Sie ist fest verknüpft mit unseren Fähigkeiten und Talenten, mit unserer Einzigartigkeit. Ein guter Wegweiser sind jene Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen, die einen als Kind positiv oder negativ beeindruckt haben. In meinem Fall waren es unter anderem die Geschichten von Kwai Chang Caine und dem Shaolin-Kloster.

Das eigene Sein werden!

Hat man eine erste Ahnung, eine Idee, wie man die eigene Einzigartigkeit sinnvoll leben und was das für das eigene Lebenswerk bedeutet, ist der erste Schritt getan. Danach kann man sich beruhigt führen lassen. Man muss nicht krampfhaft irgendetwas tun, man muss nicht unter Hochleistungsdruck etwas erreichen. Man ist es bereits – seit der Geburt. Es geht darum, das eigene Sein zu werden. Wer das begreift, wird unter anderem auch deutlich krisenfester.

Und das braucht die Zeit, die es braucht. In meinem Fall war es gut, dass zwischen meiner kindlichen Begeisterung und der Erleben der Klostergemeinschaft mehr als 40 Jahre lagen. So konnte ich mir die Sache ideologiefrei anschauen und war reif genug, nicht auf die dort angebotene Indoktrination einzusteigen.


Hans Endmaya ist Gründer des Yi-Sinnhelden-Zentrums und Finder des Yi-8ermodells

 

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