Hans Endmaya

Hans Endmaya

Yi Hans Endmaya

Gründer, gewerberechtlicher Geschäftsführer und Ausbildungsleiter

Hans hat Yi 2002 gegründet. Die Inhalte und Durchführung der Ausbildungsworkshops und Zusatzangebote liegen in seiner Verantwortung.

Hans hat eine große Gabe, das uns allen innewohnende, einzigartige Potenzial zu erkennen und Originalität sichtbar zu machen.

Er verbringt viele Stunden damit zu lesen, zu recherchieren und die praktischen Erfahrungen aus seiner Arbeit mit Menschen in einen theoretischen Hintergrund einzubetten.

Seine große Liebe gilt privat sowie beruflich der Musik! Mit seinem integralen Wesen verkörpert Hans die Essenz von Yi.


Aus der Leere in die Fülle

Ich erzähl euch jetzt eine Story und diese Story, die hat ganz viel mit mir zu tun. Gleichzeitig hat sie anscheinend auch ganz viel mit anderen zu tun. Es ist die Geschichte, wie ich draufgekommen bin, wie leer ich eigentlich innerlich bin. Was meine ich damit? Wo andere Gefühle haben, da ist ein großer leerer Raum.

Als Jugendlicher betrieb ich intensivstes Bodybuilding. Mein Idol war Arnold Schwarzenegger, der Mann, der nach Amerika ging und quasi der Welt zeigte, wie stark er ist. Von ihm erzählt man sich, dass er sogar mal in den Fitnessclub eingebrochen ist. Er wollte trainieren, aber die hatten zu. Es war Sonntag, aber das hatte er vergessen.

Und dann hatte ich einen Motorradunfall

So besessen, wie Schwarzenegger trainierte, so fuhr ich damals Motorrad. Meine Crew bestand aus Motorradfahrern, die alle 15 bis 20 Jahre Erfahrung hatten. Und ich hatte mein Motorrad seit 3 Monaten. Ich fuhr damals so grenzenlos und maßlos, wie man eben nur fahren kann, wenn man innerlich leer ist.

Im Höllental, da gibt’s eine ur-gefährliche U-Kurve. In dieser Kurve fährt jeder achtsam. Aber die nächste Kurve erscheint harmlos, die kann man mit 200, 250 nehmen. In dieser Kurve passierte, was passierte. Nicht weil ich das Motorrad nicht unter Kontrolle gehabt hätte, sondern weil ich die Evolution nicht unter Kontrolle hatte.

Ich hatte das Visier auf Windlüftung offen und da kam eine Wespe rein. Sie stach in mein Gesicht und ich krachte gegen die Leitplanke und flog 20 Meter in die Tiefe.

Als nach der OP meine Eltern in mein Zimmer kamen und nach mir fragten, erkannten sie mich nicht. Da verstand ich erst, was da abgegangen war.

Eine Zeit der intensiven Begegnung mit meiner Leere

Für eineinhalb Jahre sollte ich im Spital bleiben. Was ich nicht wusste: Dieser Unfall war quasi der Auslöser dafür, so richtig meiner inneren Leere zu begegnen. Bis dato war ich ein Extremsportler: Mountainbiken, Snowboarden Laufen, Bodybuilden, Kampfsport,… All das konnte ich von einem Tag am anderen nicht mehr tun. Außerdem hatte ich einen doppelten Kieferbruch, der nicht gerade verheilte, so dass man den Kiefer noch einmal brechen musste. So konnte ich immer länger und länger meiner inneren Leere begegnen.

In meiner Spitalszeit brachte ein Arbeitskollege seinen Yoga-Lehrer mit. Es war ein Mann mit langen wallenden weißen Haaren und einem weißem Bart, wie man sich einen Yogi vorstellt. Er grinste ständig, ging vor meinem Bett auf, ab sah mich an und sagte so salbungsvolle Worte wie „Das wird schon.“

Ich empfand den Yogi zwar lächerlich, aber er ließ nicht locker. Er gab mir ein paar Bücher. Ein bisschen Lesen war das einzige, was ich tun konnte. Mein erstes Buch über Psychologie war „Die Kraft deines Unterbewusstseins“ von Dr. Joseph Murphy.

So verwendete ich die Spitalszeit, um mich mit meiner inneren Leere auseinanderzusetzen. Mein Kopf war von Gedanken besetzt wie „Du hast halt keine Gefühle.“ „Du kannst dich jetzt nicht bewegen.“ „Du bist völlig abhängig von anderen.“ „Und was tust du denn nachher, wenn du da raus kommst?“

Der Ruf der Zukunft

Der einzige kleine Pfad in die Zukunft führte über den Yogalehrer. Er hatte mich eingeladenen und so besuchte ich eben diesen Yogakurs von ihm. Das war damals vor 25 Jahren nicht unbedingt üblich. Dort traf ich auf einen ganzen Haufen Leute. Ich war zweimal dort, dreimal dort, ich fand das ganz interessant. Und dann fragte mich der Yogi, ob ich nicht seine Gruppe übernehmen könne, er hätte keine Zeit. Weil ich so ein fremdbestimmtes Wesen war und mich nicht traute abzulehnen, sagte ich zu.

Meine erste Yogastunde hielt ich also nicht aus der Überzeugung heraus, das zu können. Es war mehr die Unfähigkeit, „Nein“ zu sagen. Mit dieser Angst ging ich dann dorthin und unterrichtete diese 60 Leute. Die Feedbacks waren überraschend für mich. Ich hörte, ich sei sehr fähig mit Menschen zu arbeiten. Und dass ich der wäre, der dem Yogi das Wasser reichen könnte.

Spinnen die alle?

Ich dachte damals: „Die spinnen alle! Ich bin Elektriker. Ich hab das nur für den Yogi gemacht.“ Der Yogi hatte an mich geglaubt, nicht locker gelassen, sich für mich interessiert. Das kannte ich in dieser Intensität nicht.

Er war so interessiert, dass er mich auf eine Bergtour einlud, ohne mich zu fragen, ob ich Erfahrungen hätte. Ich war zwar vor meinem Unfall sportlich, hatte aber noch keinen einzigen Berg bestiegen und keine Ahnung von Tourengehen.

Die Initiation auf dem Hochkönig

Wir gingen auf den Hochkönig. Das ist ein Salzburger Berg, der an die 3000 Meter hoch ist. Ich war mit einem halben Liter Wasser, 2 Bananen und einem Müsliriegel ausgerüstet. Weil ich ein Mensch war, der gelernt hatte nichts anzunehmen, wies ich auch alle Angebote, den Proviant mit mir zu teilen, zurück.

Wer den Hochkönig kennt und weiß, wie schweißtreibend Bergsteigen ist, wird nachvollziehen können, mit wie großem Durst ich oben ankam. Ich trank also ein paar Bier. Ich weiß nimmer, waren es vier, waren es fünf… Die Anstrengung und der Alkohol haben mich dann in die Fülle gebracht. War zuvor keine Gefühle in mir, brach jetzt ein Gefühlslawine über mich herein. Die Tränen spritzten aus mir heraus und ich heulte die ganze Nacht durch. Jeder andere hätte mich vermutlich mit dem Helikopter holen lassen. Nicht so der Yogi. Er meinte cool, man solle mich in Ruhe ausschlafen lassen. Morgen sei alles in Ordnung.

Interesse und Zutrauen als Schlüssel

Für mich war das eine unglaublich intensive Initiation. Da glaubte jemand an mich.

Hinter dieser inneren Leere gab es also auch eine Fülle, den Staudamm der Gefühle. Als der Gefühlsdamm auf dem Hochkönig durchbrochen wurde, kam neben der Trauer eine völlig überdimensionale Wut. Diese Aggression ließ eine Art Killerinstinkt in mir hochkommen. Das heißt, ich war durchwegs eine nette Person. Aber es gab da einen Schalter, der eine Wut freisetzte, vor der ich mich selbst fürchtete.

Musik und Bewegung halfen mir, meine Gefühle quasi umzuprogrammieren, sie in Balance zu bringen. Das war natürlich ein Prozess, der nicht nur alleine funktioniert hat.

Ich hatte immer das Gefühl, ich kann mich in meiner Kraft nicht zumuten, sonst töte ich eventuell. Eines Tages lernte ich auf einem Yogaseminar Karl Kolb kennen.

Friedvoller Kampf als zweite Initiation

Dieser Mann bot mir nun an, in der nächsten Session volle Wäsche auf ihn einzudreschen. Er war zwar imposant, aber ob das eine gute Idee war? Ich hatte meine Zweifel. Dann drehten wir uns Musik auf und legten los. Das Phänomenale war, dass der echt fit war, ich flog nur durch den Raum Kaum kam ich auf ihn zu, bekam ich einen Kick mich wirbelte es durch die Luft. Das war für mich die nächste Initiation.

Kolb hatte eine Art innere Ruhe und ließ sich durch meine Angriffe nicht in Gegenaggression bringen. Das wurde dann auch von mir zu einem Prinzip meiner Arbeit erhoben. Musik und Bewegung in Kombination mit Begegnungen mit anderen leiten weitgehende Umprogrammierungsprozesse ein und machen den Weg frei zum dreifachen Sinn. Der dreifache Sinn bei Yi besteht aus dem Sinn für mich, dem Sinn für mein Gegenüber und dem Sinn für die evolutionäre Entwicklung.

Die beiden in meiner Geschichte geschilderten Initiationen führten mich auf direktem Weg zu Yi und dem Yi-8er. Es war mein Weg, über die innere Leere meine Gefühle wieder zu entdecken und sie mit Hilfe von Bewegung und Musik in der Begegnung mit anderen in sinnvolle Bahnen zu lenken. Vor dem Hintergrund dieser persönlichen Erfahrungen begleiten wir heute bei Yi Menschen dabei, ihre Individualität zu entdecken, zu leben und zu pflegen, um dann dafür die Verantwortung zu übernehmen und ein sinnvolles Leben zu leben. Interessiert? Dann komm doch zu einer unseren nächsten Impulsabende oder zur Tagesreise und schau dir das ein wenig genauer an.