Meine wichtigsten Erfahrungen aus 30 Jahren Arbeit mit Menschen

Meine wichtigsten Erfahrungen aus 30 Jahren Arbeit mit Menschen

In 30 Jahren Arbeit mit Menschen habe ich viel erlebt. Ich kann sogar sagen, es gibt so gut wie nichts, was ich nicht erlebt habe. Im Grunde lassen sich all diese Erlebnisse aber in drei Kernaussagen zusammenfassen:

  1. Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
  2. Das Gute, das Wahre und das Schöne sind immer anwesend. Sie sind nur nicht so marktschreierisch wie das sogenannte Böse, die Lüge und das Hässliche.
  3. Wahre Entwicklung braucht länger als man sich das anfangs denkt.

1. Suppe, die man sich in den Schoß schüttet, macht nicht schneller satt

Speziell in Krisen neigen manche Menschen zu höchst irrationalem Verhalten. Wählen wir die Analogie des Mittagstisches. Sie sitzen vor ihren Teller mit der heiß dampfenden Suppe und tun so, als müssten sie sich den Inhalt in den Schoß gießen. Dabei macht Suppe, die man über sich drüber schüttet, nicht schneller satt.
Man muss Regeln beachten, um genährt vom Tisch aufzustehen. Am besten isst man die Suppe mit einem Löffel, in kleinen Portionen und mit dem richtigen Abstand räumlichen und zeitlichen Abstand zur Hitze.
Aufs Leben übertragen heißt das: Stürz dich nicht einfach rein in das Problem. Nutze das Gesetz der zwei Füße und sorge für den räumlichen und zeitlichen Abstand, der es dir erlaubt, die Dinge nacheinander zu lösen.

2. Zwei Seiten einer Medaille führen zur 3. Alternative

Das Gute und das Böse sind zwei Seiten einer Medaille. Das Wahre und die Lüge ebenso. Und auch das Schöne kommt Hand in Hand mit dem Hässlichen. Beide Ausprägungen sind immer gemeinsam da. Denn ohne das eine könnten wir das andere gar nicht erkennen. Es ist nur so, dass unsere evolutionäre Aufmerksamkeit stärker an den uns weniger angenehmen Ausprägungen orientiert ist. Denn die wollen wir vermeiden.
Im Grunde entsteht die 3. Alternative dadurch, dass wir beide Seiten wahrnehmen. Es ist, wie es ist. Ohne Bewertung.

3. Die Magie der Langsamkeit – das Wunder des Augenblicks

Mitunter passieren Wunder. Da wacht ein Mensch in der Früh mit einer Erkenntnis auf und ab diesem Zeitpunkt ist alles anders. Er hat sich quasi über Nacht entwickelt. Die Regel sind solche Wunder nicht. Denn Entwicklung passiert in mühsamen, kleinen Schritten. Mitunter gehören auch Rückschritte und Schritte in die Irre zu diesem Weg. Der stärkste Klebstoff der Welt, die Gewohnheit, muss überwunden, neues Verhalten gelernt und geübt werden.
Wer schon einmal ein Haus gebaut hat, der weiß, wie sich das in die Länge ziehen kann. Die Fundamentplatte, der Keller, die Wände und das Dach stehen bald. Das Werk scheint vollendet. Doch dann beginnt der mühsame Weg des Innenausbaus. Bis zur letzten Steckdose, der letzten Sesselleiste, den neuen Bildern und den Fliesen will alles sorgfältig beachtet und ausgeführt werden. Das frustriert den Bauherrn.
Der Weg der Entwicklung kann ähnlich mühsam werden. Man wähnt sich schon knapp vor dem Ziel, um festzustellen, dass noch unendlich viel zu tun ist. Die Dinge brauchen die Zeit, die sie brauchen. Wer dieses Prinzip achtet, entdeckt die Magie der Langsamkeit. Denn die lässt uns das Wunder des Augenblicks erfahren.

Hans Endmaya ist Gründer des Yi-Sinnhelden-Zentrums und Finder des Yi-8ermodells

 

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