Warum können viele Menschen ihre Fremdbestimmung nicht ablegen?

Warum können viele Menschen ihre Fremdbestimmung nicht ablegen?

Momentan ist es besonders krass: fremdbestimmte Menschen, wohin man schaut. Und damit meine ich nicht, dass uns die Regierung vorschreibt, wo wir zu sein haben, mit wem wir uns treffen und wie nahe wir uns dabei kommen dürfen. Das ist zugegebener Maßen alles andere als selbstbestimmt. Aber Fremdbestimmung beginnt im Grunde viel früher.

Der Ausgangsort der Fremdbestimmung ist unser Angstzentrum. Wir werden von anderen so manipuliert, dass wir irgendwann glauben, es gehe um Leben und Tod. Politik, Gesellschaft, Religionsgemeinschaften, Beziehungspartner, Eltern, Geschwister, Kinder oder sogenannte Freunde: Sie alle haben das Spiel drauf, uns in Angst und Schrecken zu versetzen. Das Ganze dient nur einem Zweck: Sie wollen ein bestimmtes Verhalten bei uns auslösen, ein von ihnen bestimmtes, also fremdbestimmtes Verhalten.

Am Anfang das Ende im Sinn haben

Warum fallen so viele Menschen auf das Spiel der Fremdbestimmung herein? Sie befinden sich in einer Lebenssituation, in der sie Verantwortung nicht übernehmen wollen oder übernehmen können. Sie selber sind Opfer der Umstände.

Dabei geht es niemals um die Umstände, sondern immer darum, was wir aus ihnen machen. Das sollten wir uns auch in so merkwürdigen Zeiten wie diesen immer vor Augen halten. Der österreichische Psychiater Viktor Frankl nennt es „die letzte Freiheit des Menschen“, Stephen Covey den „Raum zwischen Reiz und Reaktion“. Im Grunde meinen beide das gleiche.

Je größer wir den Raum zwischen den eintreffenden Reiz und unserer Reaktion werden lassen, desto ehr haben wir die Möglichkeit, spontane fremdbestimmte Verhaltensmuster zu stoppen. Wir verlassen den reinen Überlebensmodus und können den Reiz an unsere innere Stimme koppeln. So haben wir die Chance, adäquate, selbstbestimmte Antworten zu finden.

Intensives, freiwilliges Gefühlstraining hilft, Krisen zu überstehen

Bereits in einem der ersten Wochenende bei uns hören die Teilnehmer bei uns: Lebe so, dass du am Anfang das Ende im Sinn hast. Was bedeutet das? Egal, was du unternimmst, egal welche Projekte du angehst oder welche wesentlichen Beziehungen du eingehst: Bedenke, was du mit deinem Lebenswerk erreicht haben willst, wie du am Ende deines Lebens von wesentlichen Menschen gesehen werden willst. Und dann handle entsprechend.

Den Raum zwischen Reiz und Reaktion immer so groß wie möglich zu halten und dabei das Ende im Sinn zu haben ist nicht immer einfach. Ich kann nur sagen: Dazu braucht es ein intensives freiwilliges Gefühlstraining. Bei Yi nutzen wir Bewegungen auf allen Ebenen, Musik und Berührung, um zu lernen, unsere Gefühle zu balancieren. Wer das kann, den haut auch die größte Krise nicht um. Im Gegenteil, er lernt, antifragil mit ihr umzugehen und etwas Besseres zu schaffen als ohne Krise entstanden wäre.

Hans Endmaya ist Gründer des Yi-Sinnhelden-Zentrums und Finder des Yi-8ermodells

 

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