Jeder Gedanke beeinflusst meine Haltung und damit mein Leben

Jeder Gedanke beeinflusst meine Haltung und damit mein Leben

„Die Gedanken sind frei“ sangen die revolutionären Geister des 19. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum. Kein anderer kann sie einsperren, verbieten oder vernichten. Einige Menschen verstehen dies allerdings als Freibrief, keine Verantwortung für die eigenen Gedanken zu übernehmen. Das ist ein grobes Missverständnis. Denn mit dem, was wir denken, beeinflussen wir unsere Haltungen und damit auch unser Leben. Wir sollten uns daher unserer Gedanken bewusst sein und immer wieder eingreifen, wenn sie in nicht konstruktives Fahrwasser geraten.

Auch Gedanken brauchen Training

Sich seiner Gedanken bewusst zu werden kann man trainieren. Das geht in drei aufeinander folgenden Übungen.
Als Basisübung schreibst du einen Gedanken auf. Das kann ein Gedanke zu dir und deiner Stimmung sein, ein Gedanke zum aktuellen Krisengeschehen oder zu irgendetwas, was dich im Augenblick bewegt. Dann liest du das Aufgeschrieben laut vor. Beobachte dich dabei, was in dir vorgeht, wenn du deine Gedanken bewusst sichtbar und hörbar machst? Geht es dir gut? Waren es kraftspendende Gedanken? Oder haben dich deine eigenen Gedanken runtergemacht? Sollte letzteres der Fall sein, könntest du 3-5 Musikstücke moven. Schreib danach auf, was du jetzt denkst. Lies dies wiederum vor und beobachte dich selbst dabei. Was hat sich verändert?

Bist du schon ein wenig fortgeschritten, kannst du die Übung variieren. Lies dir eine Geschichte oder einen Artikel laut durch, einen Text, in dem ein anderer seine Gedanken festgehalten hat. Dann schreibst du deine Gedanken auf und liest auch das laut vor. Beobachte dich wiederum selbst. Was geht in dir vor? Move danach 3-5 Stücke und halte fest, was sich bei deinen Gedanken verändert. Auch das liest du wieder laut vor.

Bist du bereits Profi im bewussten Gedankentraining, kannst du eine Diskussion mit dir selber dokumentieren. Schreibe deine Meinung zu einem Thema, dass dich stark bewegt, auf. Lies das Geschriebene laut vor und beobachte, was sich in dir tut. Dann schreibst du die gegenteilige Meinung auf und liest auch diesen Text laut vor. Wie reagierst du innerlich jetzt?

Von der Gedankeneinbahn zum reich verzweigten Gedankennetz

Wir sind es gewohnt, unsere Gedanken auf gut ausgebauten Einbahnstraßen durch unser Gehirn zu schicken. Dabei würden wir ungleich antifragiler und kreativer werden, wenn wir viel mehr Zu- und Abfahrten für unsere Gedanken schaffen würden. Dabei geht es nicht um einen Wissenswettbewerb. Vielmehr geht es darum, erst sich selber besser kennenzulernen und zu verstehen, damit man dann auch andere besser verstehen kann.


Hans Endmaya ist Gründer des Yi-Sinnhelden-Zentrums und Finder des Yi-8ermodells

 

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