Einzelhaft?

Einzelhaft?

Die schlimmste Strafe der Welt ist nicht die Todesstrafe. Es ist die Einzelhaft. So berichten zumindest Menschen wie Nelson Mandela, die sie erdulden mussten. Die Einzelhaft übersteht man nur, wenn man sich im tiefsten Inneren mit etwas verbinden kann.

Viele Menschen erleben derzeit bei uns so etwas wie Einzelhaft. Man darf nicht mehr auf Straße, mitten ins Getümmel, in Restaurants, Kaffeehäuser oder Bars. Man darf sich noch nicht einmal mehr mit engen Freunden treffen, wenn man nicht mit ihnen in einem Haushalt lebt.

Wer auf dem Land lebt, hat Glück, denn dort kann man noch raus, ohne anderen Menschen zu begegnen. Aber was macht man als Städter, wenn die bisherigen Vorteile des guten Gehaltes und des intensiven sozialen Geschehens nicht mehr punkten und man allein in seiner Wohnung sitzt? Was tun, wenn Parkanlagen geschlossen werden und man Sport- und Spielplätze nicht mehr betreten darf? Wohin mit der überschüssigen Energie? Wohin mit dem Bewegungshunger? Wohin mit dem Bedürfnis nach Verbundenheit?

Die alten Yogis haben es vorgemacht

In jeder krisenhaften Einschränkung liegt auch eine Chance. Derzeit ist es die Chance, auf engem Raum differenzierte Bewegungen trainieren zu können. Macht es wie die alten Yogi, holt eure Yogamatte und trainiert auf einem Quadratmeter.

Bei diesem Training kommt es nicht auf Leistung und Ergebnisse an. Es geht um genaue, detaillierte, differenzierte Bewegung. Es geht darum, den Atem an die Bewegung zu koppeln und zu beobachten, was dadurch in euch und mit euch geschieht. Es geht um tiefes Erleben.

Von einem Quadratmeter in die Unendlichkeit

Für ein Ein-Quadratmeter großes Fitnesscenter ist Platz in der kleinsten Wohnung. Wer diesen Platz nutzt, nutzt zugleich eines der großen Geburtsgeschenke des Menschen: die Fähigkeit, sich zu bewegen. Wer sich bewusst bewegt und dabei ebenso bewusst beginnt, seine Grenzen zu verschieben, fühlt sich nicht nur in seinem Körper immer wohler. Auch die Gefühle werden ruhig, die Gedanken klar und plötzlich öffnet sich in einem ein unendlich großer Raum. Man hat ihn gefunden, jenen wunderbaren Platz tief im eigenen Inneren, der einen alles unbeschadet überstehen lässt.


Hans Endmaya ist Gründer des Yi-Sinnhelden-Zentrums und Finder des Yi-8ermodells

 

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